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Medizinische Fußpflege – Wann sich der Weg zum Podologen lohnt.

Medizinische Fußpflege

Medizinische Fußpflege kann bei Beschwerden helfen.
© IEGOR LIASHENKO – stock.adobe.com

Medizinische Fußpflege hat einen weitaus wichtigeren Sinn als die rein kosmetische: Leidet man unter schmerzhaften Hühneraugen, eingewachsenen Nägeln oder anderen Problemen, ist die medizinische Fußpflege dazu da, diese zu behandeln. Die Aufgabe wird von einem Podologen fachmännisch übernommen – doch wie geht er dabei eigentlich genau vor? Alles Wichtige zum Thema stellen wir Ihnen nachfolgend vor.

Kosmetische und medizinische Fußpflege – wo liegen die Unterschiede?

Hat man allgemein gesunde und geschmeidige Füße und möchte deren gepflegte Optik beibehalten, der ist bei der kosmetischen Fußpflege richtig. Denn hierbei werden gesunde Füße noch verschönert. Bei der Behandlung durch eine Kosmetikerin werden die Nägel in Form gebracht oder gekürzt und gegebenenfalls auch lackiert. Zudem kann der Kunde auf Wunsch ein Fußbad nehmen und sich unschöne Hornhaut entfernen sowie eine Massage vornehmen lassen.

Dennoch hat die kosmetische Fußpflege noch einen weiteren Sinn: Sie kann dazu dienen, verschiedenen Leiden vorzubeugen – wie beispielsweise Nagel- oder Fußpilz. Auch eingewachsene Nägel lassen sich mitunter verhindern. Wenn man bereits unter solchen Beschwerden leidet, genügt die kosmetische Fußpflege allerdings meist nicht mehr. Es ist wichtig, diese Symptome ernst zu nehmen, damit es nicht noch zu Schmerzen oder Infektionen kommt.

Ernsthafte Fußbeschwerden werden jedoch am besten direkt von einem Podologen bzw. einem medizinischen Fußpfleger behandelt. Normalerweise verweist bereits der Hausarzt bei entsprechenden Beschwerden auf einen Besuch beim Podologen. Dieser kann sich mit entsprechendem Fachwissen der Behandlung von Schmerzen, Veränderungen am Fuß oder auch den Nägeln widmen. Ein Podologe arbeitet zudem stets mit Physiotherapeuten oder Ärzten zusammen.

Wie geht ein Podologe bei der medizinischen Fußpflege genau vor?

Ein Podologe bei der Arbeit

Ein Podologe bei der Arbeit
© IEGOR LIASHENKO – stock.adobe.com

Das Leistungsspektrum eines Podologen ist äußerst vielfältig: Er kümmert sich zum Beispiel um eingewachsene Fußnägel, unterstützt seine Kunden aber auch bei Therapien gegen Nagelpilz. Unter ärztlicher Anleitung dürfen Podologen ihre Kunden gegen Nagelpilz mitbehandeln, wofür ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Bei der konventionellen Behandlung von Nagelpilz wird der Podologe zunächst die Oberfläche des Nagels durch Abschleifen anrauen, so dass der Nagel für die Behandlung durchlässig wird und die Wirkstoffe der Creme aufnehmen kann. Bei den nachfolgenden Terminen wird der Podologe dann die aufgeweichten Teile des Nagels erneut abschleifen und das Mittel noch einmal auftragen – die Behandlung erstreckt sich also über eine längere Zeitspanne.

Ein Podologe untersucht den Gesundheitszustand ihrer Füße und achtet unter anderem auf:

  • Wunden
  • Hornhaut
  • Schrunden
  • Fußpilz
  • Nagelpilz
  • Hühneraugen
  • Warzen

Meistens werden Warzen und Pilzerkrankungen erst spät erkannt, dementsprechend langwierig gestaltet sich die Behandlungsdauer. Ein Podologe ist in der Lage, Erkrankungen im Frühstadium zu erkennen und effektiv zu behandeln.

Für eine kürzere Behandlungsdauer bietet sich andererseits auch die sogenannte Photodynamische Antimikrobielle Therapie, auch genannt PACT, an. Bei dieser wird nach dem Auftragen eines speziellen Farbstoffs ein besonderes Licht zur Behandlung des Nagelpilzes eingesetzt, was wiederum Bakterien, Pilze und Viren abtötet oder zumindest reduziert.

Eine dritte Variante zur Behandlung von Nagelpilz ist die mit der Hilfe eines Lasers. Dessen Wirksamkeit lässt sich bislang allerdings noch nicht eindeutig nachweisen.

Weitere Aufgaben von Podologen ist die Behandlung von Hühneraugen, Warzen, eingewachsenen Nägeln oder auch Hyperkeratose (übermäßig dicke Hornhaut). Ein Nagel kann durch unterschiedliche Ursachen einwachsen – oft sind dafür falsch sitzende Schuhe verantwortlich. Manchmal kann es durch einen eingewachsenen Nagel zu starken Schmerzen kommen, die dem Betroffenen den Alltag erschweren. Hier kann ein Podologe eine Fußnagelkorrektur mit Hilfe einer Nagelspange durchführen, damit das Problem behoben wird.

Weiterhin kann ein Podologe bei einem deformierten Fußnagel einen künstlichen Nagelersatz für den Kunden anfertigen oder Schmerzen an den Füßen durch Taping lindern. Auch behandeln sie die Füße von Diabetikern, da diese häufig durch den hohen Blutzucker und dadurch bedingte Nervenbahnenschädigungen schnell wund werden. Hierdurch kann es wiederum zu Infektionen kommen. Die Durchführung von Fußmassagen sowie die Anleitung der präventiven Fußgymnastik runden das Leistungsspektrum von Podologen ab.

Wann ist ein Gang zum Podologen erforderlich?

Die meisten Behandlungselemente der kosmetischen Fußpflege lassen sich auch bei sich zu Hause durchführen – wie beispielsweise das Entfernen von Hornhaut oder ein entspannendes Fußbad. Trotzdem gibt es Symptome und Beschwerden, die besser nur von einem Podologen und nicht in Eigenregie behandelt werden sollten. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn es zu Hühneraugen oder Warzen kommt oder sich die Zehennägel auffällig hinsichtlich Farbe und Form verändern. Auch Personen, die an Diabetes mellitus leiden, profitieren oft von er Behandlung durch einen Podologen. Bei Nagel- oder Fußpilz sollte man sich umgehend zu einem Podologen begeben, der entsprechende Mittel zur Behandlung empfiehlt.

Wann werden die Behandlungskosten von Podologen von der Krankenkasse übernommen?

Grundsätzlich werden die Kosten für eine Behandlung beim Podologen nur dann übernommen, wenn die Fußpflege als medizinisch notwendig angesehen wird. Dafür ist eine Voruntersuchung durch den Hausarzt erforderlich, welche die Notwendigkeit bescheinigt. Der Patient kann sich anschließend mit dieser Bescheinigung an die Krankenkasse wenden, die die Kosten für den Podologen nach der Behandlung erstatten wird.

Besteht die Gefahr, beim Podologen Fußpilz zu bekommen?

Hygiene beim Podologen

Hygiene ist beim Podologen besonders wichtig.
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Da ein Podologe Tag für Tag Patienten mit Fußpilz behandelt, liegt es nahe, dass sich viele Kunden darüber Gedanken machen, ob sie auf diese Weise selbst Fußpilz bekommen können. Hierbei handelt es sich schließlich um eine sehr ansteckende Krankheit. Deshalb ist es wichtig, sich für einen Podologen zu entscheiden, der auf eine einwandfreie Hygiene in seiner Praxis achtet.

Vor dem Beginn der Behandlung kann man dem Fußpfleger gezielte Fragen stellen und sich so selbst ein Bild davon machen, ob die Hygiene in seinen Räumlichkeiten stimmt. Besonders wichtig dabei ist, in Erfahrung zu bringen, ob die medizinische Fußpflege durch einen ausgebildeten Podologen erfolgt. Abhängig vom jeweiligen Bundesland bestehen zudem bestimmte Richtlinien hinsichtlich der Hygiene, die von Podologen eingehalten werden müssen. Man erhält als Kunde sowohl Informationen zur Hand- und Geräteinfektion sowie auch zum Umgang mit den Abfällen in der Praxis. Kunden sollten sich den Hygieneplan des Podologen ruhig zeigen lassen – er kann dann genau aufzeigen, wie er die Hygieneauflagen umsetzt. Hierbei besonders wichtig ist insbesondere, wie häufig der Podologe die Behandlungsräume und Geräte desinfiziert.

Der Ablauf einer medizinische Fußpflegebehandlung – wie ein Podologe arbeitet

Die Sitzung beginnt in der Regel mit einem entspannenden Fußbad, bei der Haut und Nägel aufgeweicht und für die nachfolgende Behandlung vorbereitet werden. Anschließend untersucht der Podologe die Füße genau und inspiziert auch die Schuhe des Patienten, die ein Mitgrund für etwaige Beschwerden sein können. Der Podologe muss sich einen Überblick über die Gesamtsituation verschaffen und kann so herausfinden, wodurch Entzündungen, Hornhaut, Hühneraugen oder offenen Wunden an den Füßen entstehen. Mit den jeweils dafür erforderlichen Arbeitsgeräten kann er anschließend eine entsprechende Behandlung vornehmen.

Natürlich erkennt ein geschulter Podologe auch einen Pilzbefall nicht, selbst wenn sich dieser oft kaum von trockener Haut unterscheiden lässt. Weiterhin erteilt der Podologe hilfreiche Tipps für die tägliche Fußpflege zu Hause.

Im Durchschnitt dauert die medizinische Fußpflege mitsamt Beratung und Behandlung zwischen 45 und 60 Minuten. Eine regelmäßige Behandlung ist insbesondere für Diabetiker sehr zu empfehlen, da es bei dieser Personengruppe häufiger zu Pilzerkrankungen an den Füßen kommt.

Wie viel kostet die medizinische Fußpflege?

Die exakten Kosten für eine Behandlung beim Podologen hängen vom Behandlungsumfang ab. Es ist in jedem Fall zu empfehlen, sich im Vorfeld verschiedene Angebote einzuholen, um sich einen Überblick über die möglichen Kosten zu verschaffen. Wer gesund ist und die Kosten nicht von der Krankenkasse erstattet bekommt, muss pro Sitzung mit zwischen 30 und 40 Euro rechnen – dies hängt jedoch immer vom Aufwand ab. Weitere Behandlungen können den Preis unter Umständen noch erhöhen. Dies sind beispielsweise das Entfernen der Hornhaut oder eine intensive Fußreinigung.

Ist der Gang zum Podologen nötig oder kann die Fußpflege auch zu Hause erfolgen?

Kosmetische Aspekte der Fußpflege können durchaus auch zu Hause durchgeführt werden. Bei medizinischen Beschwerden ist der Gang zum Podologen allerdings unumgänglich. Insbesondere für Diabetiker besteht das Risiko, an diabetischem Fußsyndrom zu erkranken. Weil ihr Blutzuckerspiegel ständig erhöht ist, sorgen Nervenschädigungen für eine schlechtere Durchblutung und somit für eine rissige, trockene Haut, die schneller Wunden entstehen lässt.

Auch Patienten mit Durchblutungsstörungen, Rheuma-Erkrankungen oder Fußfehlstellungen sollten sich in die Hänge eines Podologen begeben. Dies gilt ebenso für Personen mit eingewachsenen Fußnägeln, Hühneraugen oder Warzen sowie auch für Menschen mit starker Hornhautproduktion.

Leidet man unter Nagelpilz, ist eine professionelle Fußpflege beim Podologen in jedem Fall die bessere Wahl als bei einer Kosmetikerin. Denn er arbeitet normalerweise mit Polier- und Schleifgeräten, die mit einer deutlich höheren Drehzahl arbeiten und somit bessere Ergebnisse in kürzerer Zeit erzielen können.

Fazit: Der Besuch bei der medizinische Fußpflege ist für Menschen mit Beschwerden sinnvoll

Eine regelmäßige Fußpflege ist für jeden Menschen sinnvoll, damit die Füße gepflegt und vor allem gesund bleiben. Für eine schöne Optik ist die kosmetische Fußpflege das Richtige, bei Beschwerden sollte man sich jedoch direkt an eine Praxis für medizinische Pflege der Füße wenden und sich von einem professionellen Podologen in der Praxis behandeln lassen.